Zuletzt aktualisiert am 06.12.2025 von
Eine Kündigung zu erhalten, ist ein einschneidendes Erlebnis – egal, ob sie überraschend kommt oder sich schon länger abzeichnet. Wut, Enttäuschung und Unsicherheit sind ganz normale Reaktionen. Wichtig ist jetzt: Ruhe bewahren und überlegt handeln.
Mit den folgenden Schritten behalten Sie den Überblick, sichern Ihre Rechte und nutzen Ihre Chancen auf einen gelungenen Neustart.
In diesem Artikel erklärt Frau Dr. Julia Friemel, Fachanwältin für Arbeitsrecht, die wichtigsten Punkte, bevor Sie sich mit einer Kündigungsschutzklage beschäftigen.

Dr. Julia Friemel berät Arbeitnehmer und mittelständische Unternehmen in allen Fragen des Arbeitsrechts
Als Addon zu diesem Artikel können Sie Dr. Julia Friemel im Podcast „Outplacement to go“ zum gleichnamigen Thema. Hierin gibt sie zusätzlich Tipps, was Arbeitnehmer neben den rein rechtlichen Aspekten beachten sollten.
1. Keine Endlos-Diskussion im Kündigungsgespräch
Inhalt des Artikels
So schwer es fällt: Bleiben Sie ruhig.
Eine Kündigung ist in den meisten Fällen keine spontane Entscheidung des Arbeitgebers, sondern das Ergebnis längerer Überlegungen. Versuchen Sie, im Gespräch sachlich zu bleiben und keine Diskussion über die Entscheidung zu beginnen.
👉 Wichtig:
Unterschreiben Sie im Kündigungsgespräch nichts sofort – weder eine Aufhebungsvereinbarung noch eine Bestätigung über den Erhalt der Kündigung, wenn Sie sich unsicher fühlen.
Nehmen Sie die Unterlagen mit und prüfen Sie sie in Ruhe oder mit juristischer Unterstützung.
2. Durchatmen und sacken lassen
Nach dem Gespräch hilft es, kurz Abstand zu gewinnen. Gehen Sie spazieren, sprechen Sie mit einer vertrauten Person oder beenden Sie, wenn nötig, den Arbeitstag früher.
Emotionale Kurzschlussreaktionen sind selten hilfreich – erst recht nicht gegenüber dem Arbeitgeber.
3. Arbeitssuchend melden
Eine der wichtigsten Pflichten nach einer Kündigung: Melden Sie sich umgehend arbeitssuchend – am besten innerhalb von drei Tagen nach Erhalt der Kündigung.
Das können Sie telefonisch, online oder persönlich bei der Agentur für Arbeit tun.
💡 Tipp:
Auch wenn Ihre Kündigungsfrist noch mehrere Wochen oder Monate beträgt, müssen Sie sich spätestens drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend melden, um eine Sperre beim Arbeitslosengeld zu vermeiden.
4. Blick in den Arbeitsvertrag
Prüfen Sie, welche Kündigungsfrist für Sie gilt und ob die Kündigung formal korrekt ist.
Ein Blick in den Arbeitsvertrag hilft auch, um Sonderregelungen oder Zusatzvereinbarungen zu erkennen (z. B. zu Bonuszahlungen, Resturlaub oder Wettbewerbsverboten).
Lassen Sie am besten die Kündigung von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen. So erfahren Sie, ob sie wirksam ist oder ob eine Kündigungsschutzklage sinnvoll sein könnte.
5. Zwischenzeugnis und Resturlaub klären
Falls Sie keine Klage einreichen möchten, sollten Sie die verbleibende Zeit gut nutzen:
- Fordern Sie ein Zwischenzeugnis an – ideal für laufende Bewerbungen.
- Klären Sie, ob Sie Resturlaub nehmen oder freigestellt werden können.
- Vereinbaren Sie, wie Sie Ihre Aufgaben übergeben, um einen professionellen Abschluss zu gewährleisten.
Ein sauberer Übergang hilft nicht nur dem Arbeitgeber, sondern hilft Ihnen Abstand zu gewinnen und in die Zukunft zu schauen.
6. In jedem Fall: Augen auf und durch!
Eine Kündigung ist kein Ende, sondern oft der Beginn eines neuen Kapitels.
Auch wenn der erste Schock tief sitzt – jetzt ist der richtige Moment, den Blick nach vorn zu richten. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Ziele zu überdenken, neue Perspektiven zu entwickeln und sich aktiv um Ihre berufliche Zukunft zu kümmern.
💬 Tipp: Eine Outplacement-Beratung unterstützt Sie dabei, Ihre beruflichen Optionen zu analysieren, Bewerbungsunterlagen zu optimieren und schnell wieder eine passende Position zu finden.
7. Unterstützung annehmen
Gerade in dieser Phase kann es hilfreich sein, professionelle Begleitung in Anspruch zu nehmen – sowohl rechtlich als auch beruflich.
- Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht prüft die Wirksamkeit der Kündigung und Ihre Chancen auf Abfindung oder Wiedereinstellung.
- Eine Outplacement-Beratung begleitet Sie bei der Neuorientierung, stärkt Ihr Selbstvertrauen und hilft, zügig wieder Fuß zu fassen.
Sie haben eine Kündigung erhalten und wissen nicht, was jetzt zu tun ist?
Wir helfen Ihnen, den Überblick zu behalten – schnell, vertraulich und kostenfrei im Erstgespräch.
👉 Kostenlose Erstberatung vereinbaren:
📩 erstberatung@outplacement-consultings.de
DR. JULIA FRIEMEL | Arbeitsrecht am Ammersee
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